Mittendrin statt nur dabei – AK Soziales berät zum Thema „Inklusion“

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Am 10.07.2012 fand in den Räumen der CDU Kreisgeschäftsstelle ein Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Dortmund auf dem Weg zur inklusiven Stadtgesellschaft“ statt. Die Behindertenbeauftragte, Fr. Vollmer, referierte über die Situation behinderter Menschen in unserer Stadt und verwies dabei auf den erst in der Vorwoche von der Landesregierung verabschiedeten Aktionsplan „NRW inklusiv“.

Die Behindertenbeauftragte der Stadt Dortmund, Fr. Vollmer, erläuterte ihr Aufgabenfeld als Beschwerde- und Anregestelle.

In ihrem Vortrag beleuchtete Fr. Vollmer verschiedene Aspekte des alltäglichen Lebens, bei denen behinderte Menschen Unterstützung benötigen. Besonderer Diskussionsbedarf ergab sich bei den Themen „Inklusives Leben im öffentlichen Leben“, „Inklusion in der Arbeitswelt“ und „Inklusive Schule“.

In Bezug auf das öffentliche Leben wurden vor allem zwei Aspekte besprochen. In Dortmund gibt es Bodenindikatoren für blinde Menschen, mit deren Hilfe sie z.B. Bürgersteigkanten erkennen können. Leider parken immer wieder Autos auf diesen Indikatoren. Im Aktionsplan „NRW inklusiv“ wird festgeschrieben, dass die Landesbauordnung geändert werden soll. Besucher und Benutzer von öffentlichen Gebäuden werden demnach nicht mehr unterschieden. Deshalb müssen diese Gebäude barrierefrei sein.

Problematisch  ist vor allem der Übergang von Förderschulen in den Arbeitsmarkt. Früher wurden ehemalige Förderschüler zunächst in Werkstätten untergebracht. Nach Inkrafttreten der UN Konvention „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung“ wird verstärkt versucht, diese jungen Menschen in den 1. Arbeitsmarkt einzugliedern. In Dortmund gibt es deshalb „Integrationsbetriebe“, die eine befristete staatliche Förderung erhalten.  Noch kann keine Aussage dazu getätigt werden, ob diese Betriebe ihre behinderten Mitarbeiter nach Ablauf der Förderung auch übernehmen.

Der Arbeitskreis „Soziales“ weist darauf hin, dass die Mittel sich am Menschen und nicht am Arbeitgeber orientieren müssen. Des Weiteren erscheinen unterstützte Langzeitpraktika als Einstieg in die Arbeitswelt sinnvoll.

„Denkbar ist die Verleihung eines sozialen Oskars. Firmen, die sich in besonderer Weise um Inklusion bemühen, sollten ausgezeichnet werden. Sie können als Vorbild für andere Unternehmen dienen“, erklärt Justine Grollmann.

Besonders viel Diskussionsbedarf gab es zum Punkt „Inklusive Schule“. Einigkeit herrschte darüber, dass die Einrichtung einer Anlaufstelle für Lehrpersonen und Eltern, die einen Integrationshelfer beantragen möchten, sehr wünschenswert ist.

Der Arbeitskreis „Soziales“ stellt darüber hinaus im Bereich der Kinder- und Jugendpolitik konkrete Forderungen auf.

Die Sprecherinnen, Justine Grollmann und Ina Krause, weisen darauf hin, dass die Integrationsmöglichkeiten nicht vom Wohnort abhängen dürfen. Handlungsbedarf sehen sie vor allem in der Fortbildung von Tagesmüttern. Diese müssen in die Lage versetzt werden, behinderte Kinder zu betreuen. Eine Erhöhung der Tagessätze ist in diesem Fall unvermeidbar.

Alle Kinder müssen zudem Zugang zu künstlerischen, musikalischen und sportlichen Angeboten haben. Übungsleiter benötigen auch fundierte Kenntnisse im Bereich des Behindertensports.

Der Rat der Stadt Dortmund wird sich vermutlich am 15.11.12 mit dem Inklusionsplan des Behindertenpolitischen Netzwerkes beschäftigen. Diese Initiative stellt vor allem die Forderung nach einer wissenschaftlichen Untersuchung zur sozialen Situation von Menschen mit Behinderung in den Vordergrund.

Justine Grollmann und Ina Krause werden in ihrer Funktion als Sprecherinnen des Arbeitskreises „Soziales“ Kampagnen initiieren und unterstützen, die die Aufgeschlossenheit gegenüber Menschen mit Behinderung erhöhen.