Innenstadt-OstKörne

Leserbrief zum RN-Artikel „Castellestraße wird zur Willi-Schwarz-Straße“ vom 27. Januar 2016

von Regine Stephan

„ Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen…“, antwortete der Philosoph Immanuel Kant auf die Frage, was Aufklärung sei. Das hätte man gerne auch den Vertretern der Grünen in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost am gestrigen Nachmittag zugerufen, als sie zusammen mit der SPD-Fraktion gegen den Straßennamen „Hannah-Arendt-Str.“ für die als belastet angesehene Castellestraße stimmte.

Die CDU-Fraktion der BV hatte den Namen der jüdischen Philosophin, Schriftstellerin und Professorin als einen Kompromissvorschlag vorgeschlagen, in dem sich die Anwohner und letztlich alle Fraktionen hätten wiederfinden können. Dass die SPD-Fraktion der BV einen Architekten gegen Hannah Arendt ins Rennen führte, verwundert nicht weiter, verewigen sich die Genossen doch gerne durch Bauwerke. Doch dass Grünen gegen eine bemerkenswerte Frau stimmen, die sowohl unter dem Nazi-Regime gelitten hat als auch eine starke emanzipatorische Lebensführung wählte, zeigt deutlich, dass auch bei den Grünen nur Machtpolitik und Opportunismus vorherrschen. Ein schlechter Tag für die Demokratie!!

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