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Familienförderung: Steuerliche Entlastung für Kinderbetreuungskosten

Familienförderung: Steuerliche Entlastung für Kinderbetreuungskosten

Mittwoch, den 08. Februar 2006 um 14:37 Uhr

 

Die Große Koalition hat einen Kompromiss bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten gefunden. Künftig werden alle Familien mehr Geld von der Steuer absetzen können, und zwar unabhängig davon, ob beide Eltern berufstätig sind oder nur ein Elternteil. Die von der Koalition vorgesehene Höchstsumme des Förderprogramms in Höhe von 460 Millionen Euro soll nicht überschritten werden.

Familienminsterin von der Leyen begrüßte den Kompromiss und sprach von einer „ausgewogenen Lösung“ für die Familien in Deutschland. Alleinerziehende hätten es künftig leichter, weil sie mehr Geld von der Steuer absetzen könnten. Zudem könnten Alleinverdienerpaare erstmals Kita-Kosten steuerlich geltend machen. Auch Fraktionschef Kauder lobte die Neuregelung. Denn sie erleichtere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und schaffe mehr Arbeitsplätze im Haushalt – so wie dies die Koalition mit ihrem bei der Kabinettsklausur in Genshagen beschlossenem Wachstumspakt vorgesehen habe. Bereits in der nächsten Woche soll der Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht werden.

Gleiche Vergünstigungen für Alleinerziehende und Doppelverdiener

Alleinerziehende und doppelverdienende Paare sollen künftig zwei Drittel ihrer Betreuungskosten für Kinder von null bis 14 Jahre von der Steuer absetzen können. Das gilt bis zu maximal 4.000 Euro pro Jahr und Kind. Ein Drittel der gesamten Betreuungskosten werden künftig von den Familien selbst getragen. Dies bedeutet vor allem für Alleinerziehende eine deutliche Besserstellung gegenüber dem geltenden Recht.

Beispiel 1: Die Betreuungskosten betragen jährlich 6.000 Euro. Davon kann die Familie 4.000 Euro von der Steuer absetzen, 2.000 Euro trägt sie selbst.

Beispiel 2: Die Betreuungskosten betragen insgesamt 1.000 Euro. 666 Euro kann die Familie von der Steuer absetzen, 333 Euro trägt die Familie selbst.

Im Steuergesetz werden diese Kosten als Werbungskosten berücksichtigt. Die Regelungen gelten rückwirkend bereits zum 1. Januar 2006.

Erstmals profitieren auch Einverdiener-Familien

Paare, bei denen nur ein Elternteil erwerbstätig ist, können künftig erstmals Kindergartengebühren steuerlich als Sonderausgaben geltend machen, und zwar zwei Drittel der Betreuungskosten für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Für Kinder bis drei Jahre und von sieben bis 14 Jahren können Einverdiener-Familien im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen Betreuungskosten in Höhe von 12 Prozent einer sozialversicherungspflichtig beschäftigten Kinderbetreuungskraft bis maximal 2.400 Euro von der Steuerschuld absetzen. Im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen handelt es sich um 10 Prozent oder maximal 510 Euro, die Einverdiener-Familien direkt von der Steuerschuld abziehen können. Dieser Weg bleibt Doppelverdienern versperrt, da sie für alle Altersgruppen die Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten geltend machen können.

Downloads:

Modellrechnungen (altes / neues Recht)
Neuregelung im Vergleich mit altem Recht
Fallbeispiele
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