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FU Huckarde: Und was machen Sie mit den Kindern?

Am Sonntag war bei Spiegel Online folgende Überschrift zu lesen: Mein Leben als Headhunter „Mütter sind praktisch nicht vermittelbar“.

Die Autorin Sarah Wiedenhöft hatte für ihren Artikel einen Headhunter befragt, wie er Menschen überzeuge den Job zu wechseln und „wer für ihn ein schwieriger Bewerber“ sei. [http://www.spiegel.de/karriere/headhunter-ueber-ihren-job-viele-sind-schwer-vermittelbar-a-1234754.html, letzter Aufruf: 10.12.18 16Uhr]

Warum veranlasst dieser Artikel nun gerade die Frauenunion Huckarde dazu, einen Kommentar zu schreiben? Die erwähnten schwierigen Bewerber sind Mütter.

Im Jahr 2036 sollen nach Schätzungen der Bertelsmann-Stiftung knapp 28 % der Frauen in Deutschland auf staatliche Leistungen angewiesen sein, weil die Rente nicht zum Leben reicht. Eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist immens wichtig, um im Alter abgesichert zu sein.

Politik muss endlich die Voraussetzungen schaffen, dass Mütter nicht mehr als schwierige, sondern als gut ausgebildete und qualifizierte Bewerberinnen wahrgenommen werden. Nach 10-13 Jahren Schule und Ausbildung oder Studium sollte sich keine Frau mehr rechtfertigen müssen, warum sie arbeiten geht, wenn sie überhaupt die Möglichkeit dazu bekommt.

Was kann aus unserer Sicht Politik leisten? Voraussetzungen schaffen! Flexible Öffnungszeiten in Kita und OGS. Eine 24h Kita bedeutet eben nicht, dass Kinder dorthin 24h „abgeschoben“ werden, sondern dass Mütter in Schicht- und Nachtdienst arbeiten können. Kita und OGS in einem Stadtbezirk sollten ihre Schließzeiten aufeinander abstimmen. Nicht jeder Brückentag muss bedeuten, dass Kita und OGS geschlossen haben.

Selbst für die konservativen Politiker ist es an der Zei tsich endlich vom traditionellen Familienbild zu verabschieden, in dem die Männer Karriere machen, die Frauen bei den Kindern bleiben und man lebt zusammen „bis der Tod sie scheidet“. Die Politik muss den Mut haben, selbst in die seit Jahrzehnten bestehenden Systeme einzugreifen. In einem Land, wo bis zu 40 % aller geschlossenen Ehen geschieden werden, ist ein Ehegattensplitting längst überholt. Für jeden logisch Denkenden ist es offensichtlich, dass es mehr Geld benötigt, wenn aus einer Familie zwei werden.

Eine Gesetzesänderung, die die Scheidungsstatistik wiederspiegelt, indem sie die Alleinerziehenden und die Unterhaltspflichtigen steuerlich entlastet, anstatt sie wie aktuell mit höheren Steuersätzen zu bestrafen,wäre ein Schritt in die richtige Richtung.Was kann Politik aus unserer Sicht nicht leisten? Gesellschaftliche Akzeptanz für arbeitende Mütter!An dieser Stelle ein Zitat von der deutschen Schauspielerin Senta Berger: „Wenn ein Mann Karriere macht, fragt kein Mensch: Und was machen sie mit den Kindern?“ Nicht nur Frauen werden Mütter, Männer werden auch Väter.

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